Argentinien entsendet Militär an die Grenzen: Paraguay begleitet den Einsatz
In einer koordinierten Aktion hat Argentinien etwa 10.000 Soldaten an die Grenzen zu Bolivien, Paraguay und Brasilien verlegt. Die Streitkräfte sind befugt, bei Flagranzdelikten vorübergehend Zivilisten festzunehmen. Der argentinische Verteidigungsminister Luis Petri und sein paraguayischer Amtskollege Óscar González erklärten, dass dieser Einsatz in enger Abstimmung zwischen beiden Ländern erfolgt.
Bereits vor über einem Jahr hatten die Minister in Mendoza erste Gespräche über eine solche Operation geführt. Vor einigen Monaten fand dann ein weiteres Treffen in Clorinda mit hochrangigen argentinischen Militärs statt, bei dem Argentinien über den bevorstehenden Einsatz informierte. Die Koordination konzentriert sich insbesondere auf den Informationsaustausch der Geheimdienste beider Nationen.
Auslöser für die Militäroperation waren Angriffe auf Polizei- und Militäreinrichtungen an der Grenze zu Paraguay. Der paraguayische Verteidigungsminister betonte, dass sein Land die argentinischen Streitkräfte bei einem solchen Vorfall unterstützt habe.
Auf die Frage, ob kriminelle Organisationen aufgrund des erhöhten Drucks nach Paraguay, Brasilien oder Bolivien ausweichen könnten, räumte González ein, dass politische Grenzen für sie keine große Rolle spielen. Daher sei eine enge Zusammenarbeit zwischen den Staaten unerlässlich. Der gemeinsame Feind seien der Drogenhandel, die organisierte Kriminalität im Allgemeinen sowie insbesondere der Waffenschmuggel. Die Länder müssten ihre Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Bedrohungen bündeln und eng zusammenarbeiten.