Zentralbank Paraguay verteidigt BIP-Prognose trotz globaler Unsicherheiten
Die meisten internationalen Organisationen haben angesichts der Unsicherheiten rund um geopolitische Spannungen und mögliche Handelskriege oder Zollkonflikte eine vorsichtigere Haltung eingenommen und ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und die Region, einschließlich Paraguay, nach unten korrigiert. Aus diesem Grund überraschte die Entscheidung der Zentralbank von Paraguay (BCP), ihre Wachstumsprognose für die paraguayische Wirtschaft in diesem Jahr von 3,8 Prozent im Dezember auf 4 Prozent im April anzuheben.
In einer Stellungnahme verteidigte der Präsident der Zentralbank von Paraguay, Carlos Carvallo, diese Anpassung der Prognosen durch die Experten. Er geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 4 Prozent zulegen wird, nach einer Expansion von 4,2 Prozent im Jahr 2024. Die Projektionen basieren laut Carvallo auf Nachweisen über die wirtschaftliche Entwicklung und Vorlaufdaten, die eine weitaus günstigere Dynamik als erwartet zeigen, mit Ausnahme des Primärsektors. Die Auswirkungen der Dürre auf die Sojaproduktion waren einer der negativen Effekte in diesem Bereich, der sich auf die gesamtwirtschaftliche Leistung auswirkt.
"Die uns vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass einige Vorlaufindikatoren für die Wirtschaftsdynamik und andere Faktoren, die für die Prognose berücksichtigt werden, weit über unseren Erwartungen vom Dezember liegen. Das war der Grund, warum wir trotz der internationalen Lage und unter konservativen Annahmen für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 4 Prozent für angemessen halten", erklärte Carvallo.
In Bezug auf mögliche Auswirkungen von Handelskonflikten oder Zöllen geht er davon aus, dass die direkten Folgen für Paraguay sehr gering sein werden. "Wahrscheinlich werden die Auswirkungen eher indirekter Natur sein", fügte Carvallo hinzu. Wie er bei den Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im letzten Monat erläuterte, waren die Auswirkungen der Zölle ein zentrales Thema der Besorgnis für die Länder. Für Länder mit einer "geordneten" Makroökonomie, Fiskal- und Wirtschaftspolitik seien diese Themen jedoch von geringerer Bedeutung. Er fügte hinzu, dass den Ländern empfohlen wurde, die makroökonomische Ordnung zu priorisieren, und in dieser Hinsicht sei Paraguay mit seiner neutralen Geldpolitik und seiner Fiskalpolitik, die das in der Fiskalverantwortungsgesetz festgelegte Defizitlimit von 1,5 Prozent des BIP erneut erreichen würde, auf dem richtigen Weg.