Rückgang in der Ölsaatenverarbeitung setzt sich fort - Stagnation für weiteres Jahr erwartet


Die Verarbeitung von Ölsaaten belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 717.659 Tonnen, was einem Rückgang von 5,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 757.591 Tonnen entspricht. Dies geht aus Angaben der Paraguayischen Kammer der Ölsaaten- und Getreideverarbeiter (Cappro) hervor. Basierend auf den aktuellen Daten wird im Sektor eine Stagnation bei der Verarbeitung bzw. Vermahlung von Sojabohnen und deren Derivaten für dieses Jahr erwartet. Dies würde das fünfte Jahr in Folge bedeuten, in dem die Leerkapazitäten der Ölmühlen über einer Million Tonnen liegen - trotz der Tatsache, dass nur in einem dieser Jahre (2022) ein signifikantes Problem bei der landwirtschaftlichen Rohstoffproduktion auftrat.

Die Kammer führt an, dass sich dieses Bild der Stagnation fortsetzen oder gar verschlechtern könnte, sofern keine bedeutenden Änderungen der öffentlichen Politiken vorgenommen werden, die es den Ölmühlen ermöglichen, unter gleichen Wettbewerbsbedingungen wie Fabriken anderer Länder zu operieren.

Hinsichtlich der kumulierten Verarbeitungsmenge erreichten die Ölmühlen der Kammer eine Auslastung von 61% ihrer Nennkapazität, was einem Rückgang von 2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Angesichts der Erwartung einer geringeren Produktionsmenge aufgrund komplexer Wetterbedingungen in dieser Kampagne und der anhaltenden Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Agroindustrie, erscheint eine signifikante Änderung der aktuellen Stagnationssituation, die den Sektor in den letzten Jahren belastet, unwahrscheinlich.

Der Export von Sojaprodukten (Bohnen und industrielle Derivate) belief sich zum Ende des dritten Monats auf rund 1,031 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 17% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vom Gesamtexportwert der Soja stammten lediglich 218,22 Millionen US-Dollar aus dem Export verarbeiteter Produkte. Laut Cappro repräsentiert die Ölmühlenindustrie damit nur 21% des gesamten Sojasektors, obwohl dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozentpunkte gestiegen ist.

Dieser positive Anstieg ist auf eine Verbesserung der internationalen Preise für verarbeitete Produkte bei gleichzeitigem Preisverfall für Sojabohnen zurückzuführen. Die Kammer betont, dass bei besseren Wettbewerbsbedingungen für die Agroindustrien der Devisenzufluss höher gewesen wäre.

Die Ölmühlen sehen sich mit einem komplexen Umfeld konfrontiert und fordern die Etablierung einer Industriepolitik zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Verband hebt hervor, dass die Ölsaatenverarbeitung eine äußerst negative Realität durchläuft, die zu einer Stagnation der Wertschöpfung der Bohnen geführt hat. Dies zeigt sich in der rückläufigen Verarbeitungsmenge, die seit einem Höchststand im Jahr 2018