Indigene Gemeinschaft legt 400 km zurück, um Bildung und Gesundheitsversorgung einzufordern - Paraguayischer Staat missachtet Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte bezüglich Xákmok Kásek


Vertreter der indigenen Gemeinschaft Xákmok Kásek aus dem Distrikt Teniente Irala Fernández im Chaco-Gebiet Paraguays reisten am Dienstag zum Bildungsministerium, um eine angemessene Schulbildung für ihre Kinder zu fordern. Die Sanapaná-Gemeinschaft wartet noch immer darauf, dass der paraguayische Staat ein Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte (IAGMR) aus dem Jahr 2010 umsetzt.

Milciades González, Sprecher der Gemeinschaft, erklärte, dass sie eine Reise von fast 400 km unternommen haben, um eine Audienz mit dem Bildungsminister Luis Ramírez zu erbitten. Dabei wollen sie die Fertigstellung zweier seit drei Jahren im Bau befindlicher Klassenräume in ihrer Gemeinschaft einfordern. Diese Baumaßnahmen sind Teil der Verpflichtungen zur Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen Bildung, zu der das IAGMR-Urteil den Staat verpflichtet hat.

Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, erhalten 62 Kinder Unterricht in einer "mobilen Schule" unter äußerst unbequemen Bedingungen. "Sie werden vollkommen diskriminiert, weil sie einer indigenen Gemeinschaft angehören. Der Staat unternimmt nichts, es gibt viel Bürokratie", beklagte González.

Die Kinder sind Regen, starken Winden, Überschwemmungen und Dürren ausgesetzt, während sie darauf warten, dass die Verpflichtung einer kostenlosen und qualitativ hochwertigen Bildung erfüllt wird. "Es ist unmenschlich, wie unsere Kinder behandelt werden. Kinder haben ein Recht darauf. Der Staat ist verpflichtet, seine Verantwortung nicht nur uns, sondern landesweit zu erfüllen", betonte er.

Nicht alle Schüler erhalten ein Mittagessen
González erklärte, dass sich zur nicht abgeschlossenen Aulafertigstellung die Tatsache gesellt, dass von den 62 Schülern nur 42 im Nationalen Schülerregister eingetragen sind. Daher erhalten etwa 20 Kinder kein Schulessen im Rahmen des "Null Hunger"-Programms.

Die Gemeinschaft verfügt lediglich über zwei Lehrer, die zudem keine angemessene Weiterbildung erhalten. "Die Lehrer müssen improvisieren und Wege finden, den Unterricht zu ergänzen. Die Aufsichtsbehörde garantiert keine Weiterbildung für sie, was ein Defizit darstellt", so González.

Der Gemeindevertreter gab an, dass sie am Dienstag vor dem Bildungsministerium Wache halten werden, bis sie empfangen werden. Morgen werden sie das Gesundheitsministerium aufsuchen, um auch ihre Forderungen in diesem Bereich vorzubringen.

Gesundheitsstation fertiggestellt, aber nicht in Betrieb
Eine weitere Verpflichtung, die das IAGMR-Urteil dem paraguayischen Staat auferlegte, war der Bau einer Gesundheitsstation. González berichtet, dass das Gesundheitsministerium zwar eine Familiengesundheitseinheit errichtet hat, das Gebäude aber