Auswirkungen der Handelszölle der Trump-Regierung auf Paraguay
Der Präsident der Zentralbank von Paraguay (BCP), José Cantero Carvallo, traf sich zusammen mit dem Finanzminister Carlos Fernández Valdovinos mit Mitgliedern der Kommission für Staatsfinanzen und Finanzkontrolle des Senats.
Die Behördenvertreter informierten die Abgeordneten über die jüngste Emission von Staatsanleihen im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar auf dem internationalen Markt im Februar. Zudem wurde die mögliche Auswirkung der von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzölle auf Paraguay erörtert.
Laut Cantero Carvallo stand bei den jüngsten Frühjahrstagungen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington D.C. die Frage der globalen Handelspolitik, insbesondere der USA, im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Trump-Regierung hatte Zölle von 10% auf Importe aus verschiedenen Ländern und 25% auf Waren aus China erhoben, die Umsetzung jedoch vorübergehend für 90 Tage ausgesetzt und bestimmte chinesische Elektronikprodukte ausgenommen.
Als Vergeltung verhängte China ihrerseits Zölle von 25% auf US-Produkte und forderte die vollständige Rücknahme der US-Zölle. Cantero Carvallo wies auf die besorgniserregenden Schlussfolgerungen der Institutionen hinsichtlich der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Welthandel und die globale Wirtschaftsdynamik hin, räumte jedoch ein, dass letztlich große Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Zölle herrsche.
Die Institutionen kamen zu dem Schluss, dass Länder mit soliden makroökonomischen Fundamenten und einer Tradition wirtschaftspolitischer Vorsicht besser gerüstet seien, mit den volatileren Rahmenbedingungen umzugehen. Nur wenigen Staaten sei es gelungen, ihre Wirtschaftspolitik entsprechend anzupassen, ohne Ordnung und Stabilität aufs Spiel zu setzen.
Für Paraguay schätzt die Zentralbank die direkten Auswirkungen als relativ gering ein, da die Handelsbeziehungen zu den USA nicht sehr ausgeprägt sind und sogar ein Überschuss besteht. Die Zölle zielen vor allem auf Länder mit hohen Handelsbilanzdefiziten gegenüber den USA ab. Indirekte Effekte, etwa durch steigende Weltmarktpreise, sind laut Cantero Carvallo noch nicht abzusehen.