Osterfeiertage in Guairá: Weniger Verkehrsunfälle, aber deutlicher Anstieg häuslicher Gewalt


Während der Osterfeiertage, die normalerweise von Besinnung und familiärem Zusammensein geprägt sind, erlebte die Region Guairá eine außergewöhnliche Situation, die Besorgnis erregte: Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt überstieg deutlich die Zahl der schweren Verkehrsunfälle und Vorfälle in Badeorten oder an Bächen, die sonst übliche Schwerpunkte solcher Berichte sind.

Laut Angaben der Polizeidirektion Guairá und der Sondereinheiten zur Bekämpfung häuslicher Gewalt der Staatsanwaltschaft wurden zahlreiche Fälle von körperlicher und psychischer Gewalt im häuslichen Umfeld registriert. Diese Vorfälle ereigneten sich hauptsächlich zwischen Gründonnerstag und Karsamstag.

Einer der schwersten Fälle wurde von der Polizeistation Nr. 18 - Ñumí bearbeitet, wo Priciliano Francisco Maidana (24) festgenommen wurde. Der junge Mann wurde von seiner 44-jährigen Partnerin angezeigt, die er mutmaßlich in ihrer Wohnung im Stadtteil Arroyito angegriffen haben soll.

Der Polizeibericht besagt, dass die Tochter des Opfers die Behörden alarmierte, nachdem ihre Mutter sie verzweifelt um Hilfe gebeten hatte. Der Angreifer soll betrunken nach Hause gekommen sein, seine Partnerin am Hals und an den Armen gepackt und sie anschließend gewaltsam in einem Zimmer eingesperrt haben. Die Situation eskalierte, als die Tochter eingreifen wollte und ebenfalls angegriffen wurde.

Die Polizisten konnten den mutmaßlichen Täter einige Blocks entfernt festnehmen und zur Polizeistation 3ª Centro in Villarrica bringen. Die Staatsanwältin Laura Fernández von der Sondereinheit zur Bekämpfung häuslicher Gewalt Nr. 2 übernahm den Fall.

Ein weiterer erwähnenswerter Vorfall ereignete sich im Stadtteil Tuyutimi in Villarrica, wo Sergio Gustavo Delgado Román (28) wegen Gewalt gegen seine Ex-Partnerin und Missachtung einer gerichtlichen Annäherungsverbots festgenommen wurde. Das Opfer, Yanina Pamela Burgos (33), berichtete, dass ihr Ex-Partner betrunken in ihr Haus eingedrungen sei, die Wiege ihres gemeinsamen Kindes zerstört und sie bedroht habe.

Besonders alarmierend war, dass Delgado Román per Gerichtsbeschluss untersagt war, sich der Frau zu nähern - eine Anordnung, die er völlig ignorierte. Beamte der Polizeistation 5ª Ybaroty nahmen ihn vor Ort fest und brachten ihn zur medizinischen Untersuchung und anschließend zur Haft.

Die Staatsanwältin Laura Fernández erklärte, dass viele der Übergriffe durch übermäßigen Alkoholkonsum, gepaart mit Eifersucht, Kontrollzwang und einer Verschärfung in Zeiten häuslicher Isolation an Feiertagen, ausgelöst werden.